Eigenstromverbrauch aus der Photovoltaik Solaranlage

Photovoltaik Solaranlage EigenstromverbrauchStrom aus der eigenen Photovoltaik Solaranlage kann durch den Eigenstromverbrauch unmittelbar im Haus genutzt werden. Jede Kilowattstunde Strom, die selbst verbraucht worden ist, ist für den Betreiber von Vorteil, denn er spart sich dadurch den Einkauf von Strom.

Gerade in Zeiten, in denen die Strompreise immer weiter ansteigen, wird der Eigenverbrauch zum eigentlichen Renditefaktor. Im Vergleich zur Volleinspeisung spricht man hier von der sogenannten Überschusseinspeisung. Damit ist gemeint, dass zuerst die Verbraucher im eigenen Haus, oder Betrieb, auf den selbst produzierten Strom zugreifen und nur noch der eventuell vorhandene Überschuss in das Netz des örtlichen Netzbetreibers eingespeist wird.

Stromkosten auf dem eigenen Dach

Die Ertragsrechnung ist einfach. Aktuell werden Anlagen bis 10 kWp Leistung mit ca. 1.600 Euro je kWp angeboten. Bei guter Dachausrichtung der Photovoltaikanlage produziert jedes installierte kWp auf dem eigenen Dach ca. 1.000 kWh Strom. Über den Förderzeitraum von 20 Jahren werden mit jedem kWp Leistung 20.000 kWh Strom produziert. Teilt man den Anschaffungspreis in Höhe von 1.600 €/kWp durch den produzierten Sonnenstrom mit 20.000 kWh, dann resultieren 8 Cent je Kilowattstunde Produktionskosten.

Selbst wenn man Unterhaltungskosten wie Wartung, Reinigung, Wechselrichterersatz einbezieht, kommt man maximal auf 10 Cent je Kilowattstunde Kosten. Das heißt, der Strompreis auf dem eigenen Dach ist für 20 Jahre mit 10 ct./kWh festgeschrieben. Und aktuell kann jeder Photovoltaik Anlagen Betreiber damit seinen teuren Stromeinkauf ersetzen. Der Strompreis für Haushaltsstrom liegt aktuell bei ca. 22 Cent je Kilowattstunde. Somit genießen die Betreiber einer Photovoltaik Solaranlage durch Eigenverbrauch einen Vorteil von ca. 12 Cent je Kilowattstunde Strom.

Rendite aus Eigenstromverbrauch

Bei ca. 12 Cent je Kilowattstunde Preisdifferenz lassen sich durch Eigenverbrauch Renditen erzielen, wie sie am Anfang der Solarstromvergütung für Volleinspeisung realisiert wurden. Wie viel Strom tatsächlich selbst verbraucht werden kann, hängt vom eigenen Verbrauchsprofil ab, auch Lastgang genannt.

Eine vierköpfige Familie, die morgens um 8 Uhr ihr Haus verlässt und ab 18 Uhr wieder zurück ist und dann alle Verbraucher einschaltet, kann max. 25 Prozent des tagsüber produzierten Stroms selbst verbrauchen. Die restlichen 75 Prozent sind Überschusseinspeisung und gehen gegen EEG Vergütung ins Netz.

Das Autohaus, der Schreiner, sowie alle tagaktiven Betriebe können deutlich mehr Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage selbst nutzen. Hier sind bis zu 70 Prozent Eigenstromverbrauch möglich. Diese Photovoltaik Anlagen bezahlen sich innerhalb von maximal 10 Jahren aus vermiedenem Stromeinkauf beim Stromlieferanten.

Mit den zukünftigen Speicherlösungen können die Eigenverbrauchsquoten maximiert werden.

Dachverpachtung und Eigenstromverbrauch

Will man selbst nicht auf dem eigenen Dach investieren, so kann man sein Dach an Investoren verpachten. Der Investor zahlt dem Verpächter eine einmalige Pacht, oder auch eine jährliche Vergütung und bietet den produzierten Strom dem Verpächter zur Nutzung als Eigenstrom an. Ab dem 1.01.2014 greift das EEG Marktintegrationsmodell. Danach werden nur 90 Prozent der produzierten Strommenge aus einer Photovoltaik Solaranlage vom Netzbetreiber vergütet. Die restlichen 10 Prozent sind dann als Eigenverbrauch zu nutzen.

Damit werden Investoren mindestens 10 Prozent ihres Solarstroms zum Eigenverbrauch anbieten. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Sind allerdings Stromerzeuger und Stromverbraucher nicht identisch, ist vom Verbraucher eine sogenannte EEG Umlage, reduziert um das Grünstromprivileg zu zahlen. Konkret sind das 5,2 Cent je Kilowattstunde minus 2 Cent Grünstromprivileg. Also hat der Nutzer von Eigenstrom zum Einkaufspreis weiter 3,2 Cent je Kilowattstunde zu tragen.

Aktuell liegt die Einspeisevergütung für Solarstrom für Kleinanlagen bei ca. 15 Cent je Kilowattstunde, die der Investor mindestens für seinen Strom verlangen wird, plus 3,2 Cent EEG Umlage, macht 18,2 Cent Einkaufspreis. Das ist immer noch günstiger als die aktuellen Strombezugspreise für Kleinmengen. Damit werden Dachverpachtungen mit Eigenstromverbrauch für beide Seiten wieder hoch interessant.

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